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17.11.2020

Unsere Cloud Lösungen boomen

    

Immer mehr Verwaltungen geben die Verantwortung für den IT-Betrieb in die Hände von Dialog. Unsere Cloud Lösungen erfahren einen regelrechten Boom. Angelo Decataldo, Leiter IT, erzählt im Interview, wie der Betrieb der Dialog Cloud angelaufen ist und wie sein Team die Coronakrise erlebt. Und er wagt eine Prognose, was uns in der Zukunft beschäftigen wird.

    

     

Seit Anfang 2019 bieten wir die Dialog Cloud an. Weshalb haben wir diese Option für unsere Kunden geschaffen?
Die Nachfrage nach Cloud Produkten wird generell immer grösser. Während das Wort für lange Zeit negativ behaftet war, sind die Ängste heute kleiner. Die grössten Anbieter wie Amazon, Google oder Microsoft setzen nur noch auf Cloud Lösungen. Die Menschen setzen sich mit der Bedeutung auseinander und erkennen, dass die Bewirtschaftung der zunehmenden Datenmenge in Cloud Lösungen einfacher wird. Es war also höchste Zeit, dass wir für öffentliche Verwaltungen in der Schweiz eine sichere Alternative zur lokalen Datenhaltung anbieten. In der Dialog Cloud sparen die Verwaltungen die Energie für den Serverbetrieb, profitieren von der Sicherheit des Rechenzentrums und sind schliesslich bestens gerüstet für flexible Arbeitsmethoden.

    

     

«Es war höchste Zeit, dass wir für öffentliche Verwaltungen in der Schweiz eine sichere Alternative zur lokalen Datenhaltung anbieten.»

    

Hat das Angebot Anklang gefunden? Wurden die Erwartungen bisher erreicht?
Ja, unsere Erwartungen wurden übertroffen. Im ersten Jahr nach Beginn des offiziellen Betriebes durften wir bereits 39 Verwaltungen in der Dialog Cloud aufschalten. Im Durchschnitt kommt wöchentlich eine neue Verwaltung dazu. Mit einem solchen Run auf unsere Lösung haben wir nicht gerechnet. Was uns besonders freut, ist das Vertrauen von Kunden, die bisher kritisch gegenüber Cloud Lösungen eingestellt waren. Wir planen heute bereits den ersten Ausbau der Server, welche unsere Dialog Cloud bilden, denn die Nachfrage steigt weiter.

    

     

«Wir dürfen heute Kunden in der Dialog Cloud begrüssen, die bisher kritisch gegenüber Cloud Lösungen eingestellt waren.»

    

Daneben bieten wir andere Varianten für den IT-Betrieb an. Welche sind das?
Neben der Dialog Cloud unterscheiden wir in unserem Portfolio die Lösungen Local Cloud und Regio Cloud. Die Local Cloud ist eine klassische Betriebsvariante, in welcher ein dedizierter Server vor Ort beim Kunden betrieben wird. Der permanente Zugriff auf die Daten, auch wenn die Internetkonnektivität nicht vorhanden ist, wird bei dieser Variante als grössten Vorteil genannt. Das On-Premise Nutzungsmodell steht für die lokale Nutzung von Software, welche für eine lange Zeit der Normalfall war. Sie wird auf der ganzen Welt zunehmend vom Modell Software as a Service (Saas) oder Cloud-Computing verdrängt. Weil wir alle unsere Local Clouds von Anfang an so aufgebaut haben, dass jeder Nutzer auf einem eigenen Applikationsserver arbeitet, war das Arbeiten von zu Hause aus auch bei dieser Variante kein Problem. In der Regio Cloud stellen wir Gruppen aus Verwaltungen, welche die gleichen Anforderungen haben, eine exklusiven Serverinfrastruktur zur Verfügung. Es können dies mehrere Gemeindeverwaltungen sein, die sich zusammenschliessen. Grosse Gemeinden, welche die Organisationen Polizei, Feuerwehr, Schule oder Bibliothek verbinden und für die wir ebenfalls einen Server in einem Data Center betreiben dürfen, laufen ebenfalls unter diesem Konzept. Das Angebot gestaltet sich für den Verbund individuell, während viele Kosten geteilt werden können. Diese Variante birgt für die Verwaltungen in Zukunft grosses Potential. Es setzt jedoch voraus, dass sich die Verwaltungen gut untereinander selbst organisieren und gegenüber dem IT-Anbieter als eine Einheit auftreten. Unabhängig davon, für welche Betriebslösung sich unsere Kunden entscheiden: Unsere Dienstleistungen gestalten sich bei jeder Lösung gleich umfassend und professionell.

     

    

«Das Modell der Regio Cloud birgt für moderne Verwaltungen grosses Potential.»

      

Während sich auf dem Markt flexible Arbeitsmodelle durchsetzen, wird die Frage der Sicherheit immer wichtiger. Dürfen die hoch sensiblen Daten einer Gemeindeverwaltung überhaupt in einer Cloud gehalten werden?
Ja, denn der Schutz in unserem hochsicheren TIER3 Data Center ist besser gewährleistet, als in einem Gebäude der Gemeinde. Rechtlich vorgeschrieben ist, dass die Datenhaltung und die Datenbearbeitung in der Schweiz geschehen müssen. Mit allen unseren IT-Produkten ist das selbstverständlich gewährleistet. Die Server stehen in einem Data Center mit Standort Schweiz, welches einer Schweizer Firma gehört und werden betrieben durch Dialog, ebenfalls ein rein Schweizerisches Unternehmen.

    

    

«Datenhaltung und Datenbearbeitung finden ausschliesslich
in der Schweiz statt.»

     

Die meisten Fälle wie physischer Datendiebstahl oder Datenbeschädigung (beispielsweise durch den Feuerlöscher oder den Feinstaub, der beim Aufbohren eines Tresors entsteht), sind auf der Gemeindeverwaltung wahrscheinlicher als im Data Center. Selbstverständlich sind die Sicherheitsmassnahmen des Centerbetreibers immer auf dem aktuellsten Stand. Im Modell der Local Cloud beweist sich Dialog alle vier Jahre neu. Denn für diese Verträge gibt es keine stillschweigende Verlängerung. Die Installation der Umgebungen für alle unsere Kunden wird regelmässig erneuert oder ersetzt und mit neuer Technologie bestückt.

 

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In allen unseren Betriebsvarianten sind umfassende Dienstleistungen enthalten. Was können sich unsere Leser darunter vorstellen?
Grundsätzlich geht es darum, dass unsere Kunden die Verantwortung für die Aufrechterhaltung des Betriebes, mit allem was dazu gehört, an Dialog auslagern. Das umfasst Sicherheitsdienstleistungen, proaktives Monitoring oder Beratung. Wir erbringen die Dienstleistungen nicht nur auf Anfrage, sondern übernehmen von Anfang die Gesamtverantwortung für den IT-Betrieb. Das funktioniert selbstverständlich nur dank dem Vertrauen, welches uns die Verwaltungen gegenüberbringen. Wichtigstes Ziel dieser Praxis ist, dass Dialog Fehler erkennt, bevor dies der Kunde tut. Unsere Aufgaben gehen dabei von Serverüberwachung über Speicherplatzmessung bis hin zur Sensibilisierung der Mitarbeitenden unserer Kunden.

    

    

«Ziel ist es, Fehler zu erkennen, bevor dies der Kunde tut.»

     

Wie unterscheidet sich das IT-Angebot von Dialog von einem IT-Dienstleister aus der Privatwirtschaft?
Dialog ist spezialisiert auf öffentliche Verwaltungen. Wir wissen was Sedex, eUmzug oder ein Kantonsanschluss bedeutet. Wir kennen die Branche und ihre Abhängigkeiten und führen die Installationen in einem Schritt umfassend durch. Wir stehen in Kontakt mit den Anbietern von beliebten Drittapplikationen wie beispielsweise Klib und entlasten unsere Kunden von dieser Koordinationsarbeit. Für einige Fremdlösungen wie Navig oder Sesam haben wir uns so viel Wissen angeeignet, dass wir diese direkt supporten. Der Begriff «Single Point of Contact» wird für unsere Kunden also wirklich Realität. Bezieht der Kunde sowohl die Software, als auch die IT-Betriebslösung von Dialog, können wir uns bei Problemen das Ping-Pong-Spiel zwischen den Anbietern sparen. Unser ideales technisches Betriebskonzept, wie wir es heute anbieten, ist nur entstanden, dank unserer Kundennähe. Wir stehen in direktem Austausch mit den öffentlichen Verwaltungen und jedes Verhältnis basiert auf Vertrauen, was wiederum dem persönlichen Kontakt geschuldet ist.

    

    

«Das Ping-Pong-Spiel zwischen Software- und IT-Anbieter
können wir uns sparen.»

     

Wie hast du die Coronakrise erlebt?
Dass diese Krise den Takt angibt, was Digitalisierung heisst, kann ich auch für unsere Branche sofort bestätigen. Mein Team hat einmal mehr am Ernstfall erfahren: Du musst in der IT jeden Tag bereit sein! Natürlich haben wir schon Notsituationen erlebt, nach dem Kunden beispielsweise von Naturkatastrophen betroffen waren. Eine so grosse Nachfrage von so vielen Kunden auf einmal war jedoch zugegeben auch für uns aussergewöhnlich.

    

    

«Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass wir jemals eine Serverumstellung per Telefon erfolgreich durchführen.»

     

Rückblickend bin ich sehr stolz auf meine Mitarbeiter, denn nur dank einem guten und starken Team konnten wir die Situation bewältigen. Alle haben Mehreinsätze geleistet, damit wir schliesslich sämtliche Projekte durchführen konnten. Die grosse Wertschätzung der Kunden tut in solchen Situationen besonders gut. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken. Natürlich nehmen wir die vergangenen Monate und die anhaltende Situation zum Anlass, Prozesse anzupassen und Vorgehensweisen zu optimieren. Kreativität ist mehr denn je gefragt.

      

Was beschäftigt dein Team aktuell?
Die Auftragslage ist sehr gut, die Coronakrise noch nicht überwunden und die Digitalisierung auf öffentlichen Verwaltungen nimmt zunehmend Fahrt auf. Wir sind also weiterhin gefordert. Um die Kundenzufriedenheit trotz erhöhter Nachfrage hoch zu halten, bauen wir unser Team weiter aus. Damit einher geht die ständige Aufgabe, die Prozesse noch besser aufeinander abzustimmen. Innerhalb des Teams bewegen wir uns weiter in Richtung Spezialisierung jeder einzelnen Person. Wir stellen demnach nicht nur mehr Personen ein, sondern haben in der Vergangenheit auch neue Stellen wie den IT-Projektleiter oder die beiden Funktionen als Applikationensbetreuende geschaffen. Dass ich heute ein Team von acht – ja bald schon von neun Personen leite, ist schon bemerkenswert wenn ich daran denke, dass wir im Jahr 2014 mit einem Kollegen, einem Lernenden und mir zu dritt waren.

      

Wohin führen uns zukünftige Technologien?
Es liegt auf der Hand, dass wir unsere Cloud Angebote weiter ausbauen und laufend mit neuer Technologie bestücken. Die technologischen Entwicklungsschritte werden immer schneller und in kürzeren Abständen erfolgen. Ich sehe es als Herausforderung, hier mit zu halten und der Konkurrenz immer einen Schritt voraus zu sein. Das starke Wachstum, wie wir es heute spüren, wird noch eine ganze Weile anhalten. Immer mehr Kunden, die jetzt noch einen eigenen Server betreiben, werden in die Dialog Cloud oder eine Local Cloud wechseln. Ich kann mir vorstellen, dass wir in der Zukunft Server im neuen Microsoft Datencenter in der Schweiz betreiben und unsere Softwarelösung Dialog G6 als zentrale Kollaborationsplattform für Verwaltung, Behörden und Einwohner zur Verfügung stellen. Es bleibt spannend, ich freue mich auf die neuartigen Projekte und auf das dafür notwendige Vertrauen unserer Kunden.

 

Dialog Angelo Decataldo W

Angelo Decataldo, Leiter IT und Stv. Geschäftsleiter bei Dialog

 

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